Das Infotainmentsystem von Tesla wurde wegen kostenloser Upgrades gejailbreakt

In der Welt der Technologie gibt es immer jemanden, der die Grenzen überschreiten möchte, und das Infotainmentsystem von Tesla ist der neueste Spielplatz für Technikbegeisterte. Eine Gruppe von Forschern der Technischen Universität Berlin hat zusammen mit einem unabhängigen Forscher einen Weg gefunden, sich in die Hardware zu hacken, die dem Infotainmentsystem von Tesla zugrunde liegt. Das Ergebnis? Kostenloser Zugang zu Upgrades, die normalerweise kostenpflichtig wären, wie z. B. beheizte Rücksitze. Aber seien Sie noch nicht zu aufgeregt – es braucht viel, um Tesla zu hacken.

Die Forscher unter der Leitung von Christian Werling haben im Wesentlichen einen Weg gefunden, das Auto zu „jailbreaken“. Dieser Begriff, der oft mit der Freischaltung eingeschränkter Funktionen auf Smartphones in Verbindung gebracht wird, gilt mittlerweile auch für die eleganten Elektrofahrzeuge von Tesla. Die von ihnen verwendete Methode nennt sich „Voltage Glitching“, eine Technik, bei der man an der Versorgungsspannung des AMD-Prozessors herumspielt, auf dem das Infotainmentsystem läuft. Laienhaft ausgedrückt: Sie brachten die CPU dazu, einen „Schluckauf“ zu verursachen, wodurch sie den Code manipulieren konnten.

Das Infotainmentsystem von Tesla wurde wegen kostenloser Upgrades gejailbreakt

Wenn Sie jetzt darüber nachdenken, dies zu Hause auszuprobieren, sollten Sie sich zurückhalten. Werling betont, dass der Angriff einen physischen Zugang zum Auto erfordert. Wenn Sie also kein technisch versierter Autobesitzer mit einer Vorliebe fürs Basteln sind, ist dieser Jailbreak wahrscheinlich unerreichbar. Und vergessen wir nicht die ethischen Konsequenzen, die es mit sich bringt, sich in ein System zu hacken, um nicht für Upgrades bezahlen zu müssen. Werlings Bemerkung, er wolle keine 280 Euro für beheizte Rücksitze bezahlen, mag zwar nachvollziehbar sein, macht das Hacken aber nicht zwangsläufig richtig.

Interessanterweise konnten die Forscher auch persönliche Informationen aus dem Auto extrahieren, etwa Kontakte, Anrufprotokolle und WLAN-Passwörter. Obwohl diese Datenextraktion für jemanden mit böswilligen Absichten attraktiv sein könnte, sei daran erinnert, dass immer noch ein physischer Zugriff auf das Auto erforderlich ist. Die Geheimnisse Ihres Tesla sind also sicher, solange Sie Ihre Schlüssel griffbereit haben.

Die Forscher planen, ihre Ergebnisse nächste Woche auf der Cybersicherheitskonferenz Black Hat in Las Vegas vorzustellen. Was die Antwort von Tesla betrifft? Grillen. Sie haben sich noch nicht zu der Situation geäußert, und den Forschern zufolge müsste zur Eindämmung dieses hardwarebasierten Angriffs die gesamte Hardware ausgetauscht werden.

Das Infotainmentsystem von Tesla wurde wegen kostenloser Upgrades gejailbreakt

Der Begriff „Jailbreaking“ hat seinen Ursprung in der Welt der Smartphones und bezeichnet den Prozess der Aufhebung von Softwarebeschränkungen, die vom Hersteller auferlegt wurden. Spannungsspitzen, die von den Forschern in diesem Hack verwendete Technik, ist eine komplexe Methode, die präzises Timing und Fachwissen in der Elektronik erfordert.

Auch wenn die Idee, einen Tesla für kostenlose Upgrades zu jailbreaken, spannend klingt, ist es doch ein komplexes Unterfangen. Aber es ist eine Erinnerung daran, dass selbst die fortschrittlichste Technologie nicht immun gegen die Kreativität und Neugier derjenigen ist, die ihre Grenzen erkunden möchten.

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2023-08-05 23:25