Das Tauziehen zwischen China und der EU: China reagiert

Die Europäische Kommission hat gerade erst ihre Absicht bekannt gegeben, Chinas Subventionen für Elektrofahrzeuge zu untersuchen, da sie protektionistische Motive vermutet, die sich negativ auf die globalen Automobilmärkte auswirken könnten. Ursula von der Leyen, die Präsidentin der Europäischen Kommission, äußerte Bedenken darüber, dass China dank großzügiger staatlicher Subventionen angeblich die Weltmärkte mit Elektrofahrzeugen zu künstlich niedrigen Preisen sättigt.

Für diejenigen, die sich mit Handelsmechanismen auskennen, könnte diese Untersuchung in Zöllen gipfeln. Gerüchte deuten darauf hin, dass diese Quote mit den 27,5 % gleichziehen könnte, die die USA bereits auf chinesische Elektrofahrzeuge verhängt haben.

Das Tauziehen zwischen China und der EU: China reagiert

China reagierte schnell, als Peking die Untersuchung als reinen Protektionismus bezeichnete und warnte, dass dies die globalen Automobilsektoren verzerren und möglicherweise die Wirtschaftsdynamik zwischen China und der EU beeinträchtigen würde. Auch die China Passenger Car Association stand an vorderster Front und argumentierte, dass Chinas Exportboom bei Elektrofahrzeugen weniger auf Subventionen als vielmehr auf eine leistungsfähige und wettbewerbsfähige Lieferkette zurückzuführen sei.

Die Rhetorik ging weiter, als Cui Dongshu, Generalsekretär des PCA, auf das zunehmende Unbehagen westlicher Nationen hinwies, während chinesische Unternehmen ihre Wettbewerbsmuskeln spielen ließen. Herr Cui erwähnte interessanterweise, dass chinesische Autos, die nach Europa exportiert werden, im Allgemeinen fast doppelt so teuer sind wie ihr lokaler Verkaufspreis.

Das Tauziehen zwischen China und der EU: China reagiert

Die Bedenken der Europäischen Kommission entbehren nicht jeder statistischen Grundlage. Sie behaupten, dass chinesische Elektrofahrzeuge die europäischen Modelle um etwa 20 % unterbieten und europäische Autohersteller in die Enge treiben, um kostengünstigere Elektrofahrzeuge zu produzieren. Chinas Anteil am europäischen Markt für Elektrofahrzeuge ist auf 8 % gewachsen, Prognosen gehen davon aus, dass sich dieser Anteil bis 2025 verdoppeln wird.

Nach Angaben der US-amerikanischen Denkfabrik Center for Strategic and Internal Studies stammten im Jahr 2022 unglaubliche 35 % aller exportierten Elektroautos aus China – ein Anstieg von 10 % gegenüber dem Vorjahr. Und hier kommt noch eine Wendung: Der Hauptexporteur aus China ist nicht einmal ein Chinese. Der US-Gigant Tesla ist führend und machte im ersten Quartal 2023 beachtliche 40 % der chinesischen Elektroautoexporte aus.

Diese von der EU eingeleitete Untersuchung entstand nicht aus einem Vakuum. Die bereits wackeligen Beziehungen zwischen dem europäischen Block und China wurden aufgrund der diplomatischen Verbindung Chinas mit Moskau, insbesondere nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine, weiter destabilisiert. Hinzu kommt der strategische Schritt der EU, ihre Abhängigkeit von China zu verringern, obwohl China ihr wichtigster Handelspartner ist.

Das Tauziehen zwischen China und der EU: China reagiert

Inmitten dieses geopolitischen Puzzles setzt sich China ernsthaft für einen Dialog ein. Das chinesische Handelsministerium fordert die EU auf, eine vorhersehbare und diskriminierungsfreie Marktlandschaft zu fördern, die Zusammenarbeit gegen Handelsprotektionismus zu fördern und globale Klimaherausforderungen anzugehen.

Im Großen und Ganzen ist dieser Streit um die Subventionierung von Elektrofahrzeugen nur ein Kapitel im fortlaufenden Narrativ des Welthandels und der Geopolitik. Angesichts des bevorstehenden jährlichen China-EU-Gipfels werden alle Augen auf die anschließenden bilateralen Dialoge gerichtet sein und darauf warten, ob der Handel den Weg zur Harmonie ebnen kann oder ob die Kluft zwischen den beiden Machtzentren noch größer wird.

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2023-09-14 20:23